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Als ich im Herbst 2014 (boah, ist das echt schon so lange her!!) mit meiner Coaching-Ausbildung begann, wusste ich in keinster Weise, was mich erwarten würde. Es war mit über 10.000€ Invest eine recht teure Ausbildung, deswegen zögerte ich anfangs. Aber die Stimme in mir, die rief  „Tue es einfach, das ist genau deins“, die war stärker. Also tat ich es und setze damit den Grundstein für das, was ich heute tun darf.

Von der ersten Minute „Coaching üben“ wusste ich, dass die Stimme Recht gehabt hatte. Es war (und ist) genau das, worin ich aufgehe. Mit der Zeit stand also fest, dass ich versuchen würde, in diesem Beruf (der mehr Berufung war) Fuß zu fassen. Im Frühjahr 2016 war es dann soweit: Ich ging die ersten Schritte und meldete meine Selbständigkeit als Coach im Side-Business an. So weit, so gut. Aber was dann folgte … :-D

Der Irrglaube

Mein Verständnis von Coaching entsprach zu diesem Zeitpunkt vereinfacht ausgedrückt der folgenden Grundidee:

Ich habe eine Coaching-Ausbildung. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten. Also werde ich jetzt Coach und helfe mit den gelernten Methoden Menschen dabei, ein glücklicheres Leben zu führen.

Heute schmunzele ich darüber. Und ich weiß, dass es sehr vielen Menschen, die noch irgendwo im Prozess stecken, ganz genauso geht wie mir damals. Ich sehe diese Art von „Coaches“ an jeder Ecke da draußen.

Tatsächlich lag ich mit meinem Verständnis jedoch total daneben. Denn Coach sein ist viel, viel mehr als das.

Was Coaching und Mentoring auf einer anderen Ebene wirklich ist

Wenn du Menschen auf ihrem Weg begleitest, passiert verkürzt ausgedrückt Folgendes:

Zwei Menschen treffen aufeinander. Ziel ist es, das Thema von Mensch 1 idealerweise aufzulösen oder zumindest einen riesen Schritt voranzubringen. Dabei ist Mensch 2 aufgefordert, die passenden Tools und Werkzeuge so aneinander zu reihen, dass Mensch 1 bestmöglich in seinem Prozess begleitet und bei der Erreichung seines Ziels unterstützt wird. 

Wie sich Mensch 2 nennt, ob Coach, Mentor*in, Lichtarbeiter*in, Heiler*in oder etwas anderes, ist unerheblich. Genauso wie Mensch 2 den Mensch 1 nennt – ob Coachee, Klient*in, Kund*in, Soulmate oder eine Abwandlung davon.

Was entsteht ist eine Art Verabredung (von der man auf Seelenebene durchaus sprechen könnte) im gegenseitigen Wachsen. Dabei gibt es einmal die Ebene von Mensch 1, um den es ja hier im Kern geht.

Mensch 2 hingegen lernt und wächst auch immer, auch wenn das nicht im Fokus der gegenseitigen Beziehung steht. Beide Menschen haben ihre eigenen Prozesse. Nicht nur Mensch 1. Das ist ganz wichtig und genau dieser Punkt wird sehr häufig übersehen bzw. es wird ihm keine Aufmerksamkeit geschenkt.

 

360 Grad neue Energie

Was bei der Begleitung von Menschen passiert

Nun ist es so, dass Mensch 1 auf der einen Seite unbedingt sein Ziel erreichen will und deswegen auch bereit ist, Mensch 2 zu beauftragen, ihm dabei zu helfen. Denn das Ziel ist ihm wichtig, und Mensch 1 spürt (meint zu glauben), dass er*sie es nicht alleine schafft.

Typische Ziele von meinen Menschen 1 sind zum Beispiel:

  • Die wahre Aufgabe im Leben herausfinden („Bestimmung“)
  • Diese Aufgabe in eine geeignete, äußere Form („Business“) kippen
  • Menschen auf eine leichte Art und Weise erreichen („Marketing“)
  • Von diesen Menschen gebucht/beauftragt werden („Sales“)
  • In seinem Wirken glücklich sein („Erfüllung und Leichtigkeit im Business“)
  • Diese Fülle ausstrahlen und vom Leben Fülle zurück erhalten („Viel Geld verdienen“)

Alle diese Ziele finden im Außen statt. Es handelt sich dabei um die äußere Entsprechung eines inneren Wunsches nach Entfaltung und Wachstum tief verankert in Mensch 1.

Das führt dazu, dass jedes Ziel im Außen von mehreren Seiten „bearbeitet“ werden kann. Wenn du also z. B. die o. g. Ziele erreichen willst, kannst du zu verschiedenen Menschen („Mensch 2“) gehen. Du kannst jedes Ziel stärker von der inneren wie von der äußeren Sicht angehen. Ein Marketingberater wird dich vermutlich stärker die äußere Form lehren als ein Mindset Coach. Dein Business-Thema wirst du von einem Positionierungsprofi auf eine andere Art und Weise „ermittelt“ bekommen als von einem spirituellen Mentor/einer Mentorin.

Das alles sind aber nur Tendenzen. Denn – wir erinnern uns – die Bezeichnung von Mensch 2 ist maximal eine Idee davon, was dieser Mensch wirklich mit dir macht.

Die eine Sache, die den Unterschied macht

Und es gibt nun genau eine Sache, die den einen von dem anderen unterscheidet. Und das ist Bewusstsein. (Was das ist, dazu könnte ich jetzt Bücher schreiben. Aber ich versuche es mal kurz.)

Bewusstsein bedeutet in meinem Verständnis, dass du dein eigenes, wahres Sein erkennst und lebst.

  • Der Zustand, in dem du in der völligen Liebe bist
  • Die Anbindung an deine Essenz, deine Seele und dein Herz
  • Die tiefe Verbundenheit an ein Kollektiv aus Menschen, der Natur und allen Lebewesen
  • Das Gespür für deinen Seelenruf und deine Wachstumsaufgaben

Bewusstsein ist auch, zu erkennen, wann diese Dinge in dir „gestört“ werden.

  • Durch Stress, Druck oder Anspannung
  • Durch das Auftreten von Ängsten
  • Durch zu viel Ehrgeiz, z. B. bei sehr im Außen verankerten Zielen (höher, schneller, weiter)
  • Durch zu wenig Raum für dich selbst, Zeit mit dir allein
  • Durch zu viel Planen und Kontrolle
  • Durch zu viel im Kopf sein

Störungen des Bewusstseins führen dazu, dass ein Teil von dir die Oberhand übernimmt, der im Kern nicht deinem wahren Selbst entspricht. Unser wahres Selbst ist der Teil in uns, der frei, sicher und voller Liebe durchs Leben geht. Der sich aus dem Herzen leiten lässt.

Bewusstes persönliches und spirituelles Wachstum bedeutet daher, in dir immer sicherer zu erkennen, wann welcher Teil gerade spricht und nach Aufmerksamkeit verlangt. Wenn du dich damit neu beschäftigst, mag das alles noch unklar auf dich wirken.

Du erkennst oft die Stimme deiner Seele nicht und verwechselst sie mit der deines Egos. Im Laufe der Zeit wirst du – wenn du dir dafür Raum nimmst – immer klarer und sicherer sein.

Bewusstsein in der Arbeit mit Menschen stärken

In der Begleitung von Menschen ist nach meiner Überzeugung eine wesentlich Fähigkeit, das eigene Bewusstsein zu stärken und zu erweitern. Das braucht als allererstes die Entscheidung, dass das überhaupt nötig und sinnvoll ist. Alleine dieser Punkt geht oft über das hinaus, was in einer klassischen Coaching-Ausbildung gelehrt wird. Dabei lernt man nämlich Methoden und Tools, kein Bewusstsein.

Bewusstsein im Coaching-Prozess (und damit eine neue, bewusste Form der Begleitung) bedeutet

  • den Prozess von Mensch 1 genauso wie den eigenen Prozess (als Mensch 2) zu ERKENNEN
  • den Prozess von Mensch 1 vom eigenen Prozess (als Mensch 2) zu TRENNEN
  • den Prozess von Mensch 1 mit dem eigenen Prozess (als Mensch 2) zu VEREINIGEN

Das mag jetzt irgendwie seltsam klingen. Trennen und Vereinigen? Beides? Der Versuch einer Erklärung.

Was bedeutet Bewusstsein im Prozess?

Menschen sind also unterschiedlich bewusst. Eines der Kernthemen in der Zusammenarbeit mit Menschen besteht also darin, dass diese Menschen in unterschiedlichen Bewusstseins- und Entwicklungsständen aufeinander treffen und dass es themenbezogen zu Abweichungen kommt.

Beispiel 1:

Ein bewusster Coach bucht einen unbewussten Marketingberater, um seinem Business einen kräftigen Schubs nach vorne zu geben. 

Das klappt oft nicht, weil die Methoden des Marketingberaters zu sehr im Außen verankert sind (Strategien, „so macht man das aber“ oder „jetzt tue das doch einfach“) und der Coach damit in seinem eigenen Bewusstseinswandel stark gefordert wird, was sich darin äußert, dass er*sie sich damit total unwohl/heftigst getriggert fühlt.

Klappen tut es dann, wenn der bewusste Coach schon so bewusst ist, dass er die Mechanismen im Miteinander für sich erkennen kann und die „Unbewusstheit“ des Marketingberaters ausblendet, um das für sich Sinnvolle („ich will einfach nur ein paar coole Strategien lernen“) rauszuziehen.

 

Beispiel 2:

Ein noch unbewusster Coach bucht einen bewussten, spirituellen Mentor, um den offenen Fragen und dem Ruf in sich nachzugehen.

Interessant ist hier, dass Ziele der Zusammenarbeit sich abweichend zu den „klassischen“ Zielen gestalten. Wo in der Kommunikation oft die Ziele im Außen vorrangig sind (endlich eine glückliche Partnerschaft, mehr Kunden im Business oder mehr Geld), so greifen hier schon Beschreibungen, die eher auf die Prozessarbeit und das steigende Bewusstsein abzielen (mehr Erfüllung in dir und DAMIT mehr Kunden und Geld im Business).

Der eher noch unbewusste Coach hat in sich bereits vorher erkannt, dass die alten Wege nicht mehr passen und ist damit affin für eine neue Beschreibung. Es ist außerdem bereits erkannt, dass unser Außen immer eine Manifestation unseres inneren Zustands ist, so dass auch „innere Ziele“ (Ablösung von Mustern und Konditionierungen, mehr Liebe statt Angst in dir, raus aus dem Ego) ansprechend sind.

 

Beispiel 3:

Ein bewusster Coach bucht einen bewussten Coach.

Diese Mechanismen ist auch oft in abgebrochenen Coachings und Aus- oder Weiterbildungen zu erkennen. Entweder der Coach wird so stark in seinem Prozess angestupst, dass er die Trigger nicht aushält und anfängt, seine Themen auf den Berater/Mentor/Coach whatever zu projizieren. Oder der Coach erkennt die wahre Aufgabe hinter dem Coaching oder der Ausbildung und hört mit der Begleitung auf, weil das Ziel erreicht wurde. Das Ziel ist übrigens sehr häufig nicht das, was Thema der Weiterbildung war bzw. das, was vereinbart wurde, sondern im Bewusstseinsprozess etwas ganz anderes.

 

 

Diese Beispiele dienen der Veranschaulichung. Keineswegs möchte ich Schubladen aufmachen oder das entsprechende Denken bedienen. Mir ist nur wichtig, dass Tendenzen bewusst gemacht werden, damit du – in deiner Aufgabe als Mensch 1 und/oder 2 – dies für dich erkennen kannst.

Wie du einen eher unbewussten Mentor erkennst

Klassische Themen eines eher unbewussten Mentors sind:

  • Aussagen wie „Alle meine Kunden sind zufrieden“: Das zeigt, dass stark an äußeren Zielen gearbeitet wird und die Arbeit selbst wenig tief geht. Tiefe erzeugt immer „Reibereien“ und damit auch mal „vermeintlich unzufriedene“ Kunden. Diese Menschen können noch nicht erkennen, was die Seelenverabredung ist.
  • Manifestieren wird als Methode angepriesen: Das zeigt, dass das Grundverständnis in der Tiefe noch nicht da ist. Wer universelle Gesetze (Law Of Attraction & Co.) braucht, um agieren zu können, ist noch nicht bei sich SELBST angekommen. Alle äußeren Formate, auch wenn sie noch so spirituell und bewusst wirken, sind eine Hülle. Wahres Bewusstsein entsteht in dir und braucht keine Methoden. Auf dem Weg können diese Tools aber manchmal hilfreich sein.
  • Der Fokus wird extrem stark auf äußere Ziele (meistens Geld) gelegt: Das zeigt, dass noch Ego im Spiel ist und Angaben wie Umsatzhöhe als entscheidend – sowohl für sich selbst als Mensch 2 als auch für Mensch 1 – wahrgenommen werden. Ich kenne das Thema selbst auch. Denn in der Begleitung von Selbständigen und Unternehmern bin ich ständig mit Geld konfrontiert. Auf der einen Seite verspüre ich einen Ruf mitzuteilen, dass es mir a) gelingt, von meinem Beruf zu leben und b) dass es mir auch gelingt, dieses Wissen an meine Menschen 1 weiterzugeben.Dies liegt auch daran, dass ich sowohl mit Menschen arbeite, die „noch eher unbewusst sind, aber den Ruf in sich schon hören“. Diese sind noch eher affin für Umsatzzahlen. Ich arbeite aber auch mit bewussten Menschen, die die Umsatzzahl im Marketing nicht mehr brauchen. Mein Weg dabei ist, wenn es passt, es mitzuteilen. Gleichzeitig gehe ich damit aber auch nicht hausieren, sondern lege den Fokus auf die innere Arbeit.
  • Ansage, dass man immer einen bezahlten Coach haben sollte. Die Aussage, dass jeder Coach immer auch einen Coach hat, habe ich selbst mal getroffen. Diese fühle ich heute so nicht mehr, zumindest nicht vor dem Hintergrund der Bezahlung, denn letztendlich geht es um die Bewusstseinsentwicklung und die kann so oder so laufen, wenn man einmal entschieden hat, dass man diesen Weg geht.

 

Durch diese Beispiele dürfte dir schnell bewusst werden, dass da draußen jede Menge unbewusste Coaches herum laufen. Ich gebe gerne zu, dass ich auch eine davon gewesen bin. Das liegt in der Natur der Sache.

Was ein bewusster Coach tut

Er*sie

  • kennt den Grad bzw. die Tiefe seines eigenen Bewusstseins und weiß, dass er Menschen nur bis genau dahin begleiten kann
  • hält den Raum für die Prozesse des Kundens
  • lässt sich seine eigenen Themen in der Zusammenarbeit mit dem Kunden aufzeigen
  • ist sehr achtsam und hält diese Themen so gut wie möglichst aus dem Miteinander raus
  • führt seine eigenen Prozesse selbst und eigenständig fort
  • hat immer Menschen um sich, die ihn in seinen Prozessen begleiten
  • ermächtigt ganz bewusst Menschen, in ihre Größe zu kommen
  • weiß, dass er von Menschen gefunden wird, wenn die Zeit reif ist („Seelenverabredung“)
  • formuliert seine Angebote so, dass Ziele wirklich erreicht werden können

Zum letzten Punkt erlebe ich in der Praxis häufig, dass Mensch 2 seine Angebote kleiner hält als er sich diese im Herzen wirklich wünscht. Mensch 2 spürt ganz genau, dass es etwas RIESIGES braucht, um Mensch 1 wirklich zu helfen. Aus Angst vor der eigenen Größe (Das bucht keiner! Das ist viel zu teuer!) wird das eigene Angebot dann kleiner geschnitzt.

Die Bedeutung von Schwierigkeiten im Miteinander

Die Schwierigkeiten zeigen sich zum Beispiel durch:

  • Reibereien
  • Trigger
  • Projektion
  • Ego vs. Liebe

Im Kern steckt dahinter: Wahre Größe, die aus einem bewussten Selbst entsteht, braucht starkes Wachstum. Denn wir sind – fast schon ohne Ende – mit enghaltenden Mustern, Konditionierungen und limitierenden Glaubenssätzen überladen. Starker Change im Inneren führt also dazu, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt.

Dies wird zu Entscheidungen und damit im Außen zu Konsequenzen führen. Dass du als Mensch 2 mit deinem Sein und Wirken Mensch 1 triggerst, ist also unumgänglich und besonders wertvoll für die Zusammenarbeit.

Umgang mit Problemen in der bewussten Zusammenarbeit

Hier erleben wir übrigens auch einen interessanten Punkt in Bezug auf äußere und innere Verabredungen. Wenn du mitten in einem Coaching oder in einem Seminar feststellst, dass dein persönliches Ziel erreicht wurde, was machst Du dann? Wenn du bewusst mit dir bist, dann gehst du in Liebe. In Liebe für dich. Und in Liebe für deinen Coach oder Mentor. Denn das Ziel ist erreicht und es braucht kein Miteinander mehr.

Aber was passiert mit der Vereinbarung, die ihr geschlossen habt? An die Commitments von beiden Seiten, wie z. B. die versprochene Begleitung, Trainingsinhalte von Seiten des Mensch 2 geknüpft sind, genauso wie dein finanzielles Investment als Mensch 1?

Im Grunde ist es ganz einfach.

Solange Mensch 1 oder Mensch 2 noch in irgendeiner Form „Ladung“ auf dem Miteinander haben, ist das Miteinander nicht vorbei.

  • Ladung von Mensch 1 könnte z. B. sein, dass er der Meinung ist, dass er aus einem Vertrag entlassen werden will und Geld zurück haben oder nicht mehr zahlen will. Damit nimmt er sein Thema und versucht es zum Thema des anderen (Mensch 2) zu machen.
  • Oder weil Mensch 2 pikiert ist, dass seine tolle Leistung nicht mehr gewollt ist. Denn damit zeigt er, dass er im Herzen nicht mit sich im Reinen ist und sein Sein von der Bestätigung des anderen abhängig macht.

Solange ist das Miteinander also noch nicht vorbei. Natürlich kann man das trotzdem behaupten, aber die Themen würden jeweils einzeln bei den beiden in anderen Settings wieder auftauchen. Daher ist es sinnvoll, an dieser Stelle den Versuch zu unternehmen, weiterzumachen.

Hier ist es wichtig, dass Mensch 2 (der in der Regel ja „weiter“ ist) erkennt, wer von beiden was an Themen mit sich herum schleppt und Mensch 1 so lange im Prozess hält, wie Mensch 1 noch Ladung durch Ego, fehlende Wachstumsbereitschaft etc. im Miteinander erzeugt.

Es ist ebenso wichtig, dass Mensch 2 eventuelle eigene Themen erkennt und separat des Miteinanders dieses Thema klärt und löst. In dem Moment, in dem Mensch 2 versucht, Mensch 1 unbewusst für die Klärung seiner Themen zu missbrauchen, ist das Verhältnis gestört.

Nach meinem Empfinden sollte das Miteinander dann aufgelöst werden – auch in dem Wissen, dass die Themen an anderer Stelle mit anderen Protagonisten wieder auftauchen werden.

Ein Beenden in Liebe muss nicht heißen, mit möglichst viel Liebe, blumigen Worten und Dankesschwüren um sich zu schmeißen. Wenn etwas „drüber“ wirkt, kommt es meistens aus dem Ego. Dein wahres Selbst braucht keine dicken Worte oder Tam Tam. Sie ist ruhig, gelassen und sicher. Ein Beenden in Liebe kann dann passieren, wenn beide Seiten komplett „ladungsfrei“ sind.

Fazit

Wichtig zu sagen ist: Mehr oder weniger Bewusstsein ist nicht besser oder schlechter. Es „ist“ einfach. Ich selbst habe auch – genauso wie alle anderen Menschen – meine blinde Flecken bzw. unbewusste Stellen. Ich habe auch Themen, wo ich noch mal eine kleine Ehrenrunde drehe, weil sich mein liebes Ego durchschlawinert hat. Gleichzeitig habe ich auch Themen, wo ich bewusst spüren kann, wie tief bzw. weit ich hier schon gekommen bin. Ohne einschätzen zu können, ob es noch weiter geht oder nicht.

Und obwohl dieser Artikel auf der bewussten Prozessbegleitung von vielen Jahren basiert und ich sehr reflektiert exakt diese Themen beleuchte (denn das Leben hat mir einige davon geschenkt), heißt das eben nicht, dass nicht hier auch noch bewusstes Wachstum für mich drin steckt :-)

Dass ich diesen Artikel überhaupt so schreiben kann, liegt daran, dass ich all dies selbst erlebt, beobachtet, wahrgenommen oder mit Kollegen intensiv besprochen habe. Diesen Artikel könnte ich noch ewig so weiterführen, denn das Thema ist wundervoll groß und irre spannend. Und gleichzeitig schließe ich ihn jetzt einfach ab, damit er online gestellt werden kann :-)

 

Photo by Mathias Elle on Unsplash

Anna-Lenas Jahr begann mit einer depressiven Bekanntschaft und endete mit neuen Weiterbildungszielen. Wie ein Coaching eine innere Lawine auslöste und welche Erkenntnisse sie sammelte, zeigt ihr Jahresrückblick.

 

Kennst du das? Du liegst wach und kannst nicht schlafen, weil etwas in deinem Kopf kreist und noch thematisiert muss. Noch nie in meinem Leben habe ich einen Jahresrückblick geschrieben. Aber in dieser Nacht wollte er unbedingt auf Papier.

28.12.2018 – Das Datum schreit förmlich nach einem Jahresrückblick.

Von außen betrachtet, hat sich in diesem Jahr vermeintlich wenig bei mir verändert. Im Job und Privatleben scheint alles beim Alten geblieben zu sein. Innerlich sieht es dafür total anders aus. Hier war 2018 ein sehr aufwühlendes Jahr. Im Nachhinein frage ich mich, wie konnte ich ohne diese erlangten Erkenntnisse so alt werden? Wie konnte ich so blind und unwissend bislang durch mein Leben gehen? Kein Wunder, dass es sich in vielen Bereichen oft noch nicht rund anfühlte.

Aber wenn ich eines gelernt habe, dann: Alles kommt bekanntlich zum richtigen, zum passenden Zeitpunkt.

Wenn ich dem Jahr 2018 nachträglich eine Headline geben müsste, wäre es daher “Erkennen“.

Wir begegnen Menschen nie aus Zufall

Alles fing mit einer Begegnung aus dem Vorjahr an. Manchmal trifft man Menschen, die man kaum, aber gefühlt ewig kennt. Deren Seele einen berührt, auch wenn man es nicht logisch erklären kann. Ich kam in den Genuss, einer solchen tollen Seele berufsbedingt über den Weg zu fliegen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Leider sollte 2018 sich für diesen Menschen vorerst zur depressiven Hölle entwickeln und das eigene Dasein nur noch wenig wertvoll erscheinen. Die Themen Depressionen und Suizidgefahr mit all dem, was dahintersteckt, erhielten Einzug in mein Leben.

Jemanden, den man gern hat, leiden zu sehen, ist alles andere als schön. Depressive Phasen kannte ich aus meiner eigenen Jobkrise. Diese führte damals dazu, dass ich Architektenbüro gegen Flugberg tauschte. Bis zu einem gewissen Punkt konnte ich also mein Gegenüber verstehen.

Ich muss doch irgendwie helfen‚, war daher mein vordergründiger Gedanke. ‚Ich kann zwar nichts groß tun, aber ich könnte zumindest da sein.‚, war meine zweite Motivation.

Denn nichts ist schlimmer, als sich allein gelassen zu fühlen. Aber all dies lag leider nicht in meiner Entscheidungsgewalt. Ich konnte nur entfernter Zuschauer sein.
Aber diese überaus nervenzerrende Situation setzte einen Prozess in Gang: Den des eigenen Erkennens!

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Vom roten Faden zum privaten Coach

Ich erkannte, dass mir solche Situationen oft im Leben passieren. Freunde, Bekannte und berufliche Kontakte, die meinen Blick von außen auf ihre Situation suchten, kamen zu mir. Völlig unbewusst und intuitiv wurde ich zum Gesprächspartner, Ratgeber oder Wegweiser.

Plötzlich sah ich all diese Situationen wie einen roten Faden vor mir.

Parallel dazu versuchte ich nach Wochen der Funkstille herauszufinden, wie es wohl besagter Seele ging. Die elementare Frage, ob jemand überhaupt noch am Leben ist, lässt dich ungewöhnliche Wege gehen. Intuitiv schrieb ich eine mir fremde Bekannte dieser Person an, eine Coachin. Wenn nicht so jemand empathisch ist und diese ungewöhnliche Situation versteht, wer dann?

Die Gesamtsituation setzte langsam etwas in mir in Bewegung. Und plötzlich war mir klar:

  • Ich möchte verstehen.
  • Ich möchte daraus lernen.
  • Ich möchte Menschen gezielt coachen können.
  • Ich möchte mich selber weiter entwickeln.
  • Ich möchte meine Fähigkeiten als Coach ausbauen.

Im Dschungel der Ausbildungsangebote zum Coach angekommen schwirrte mir der Kopf. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, erkannte ich: Hier muss ein Dschungelguide her!

Und hey, war da nicht neulich diese nette Person mit sympathischer Webseite?

So landete ich bei Sandra und meinem privaten Coaching…

Zwischen dem, was ich mir davon erhoffte, und dem, was ich in dieser kurzen Zeit erkannte, liegen Welten.
Eine ganze Lawine des Erkennens wurde während unserer gemeinsamen Sessions ausgelöst.

Endlich hatte das Kind einen Namen:

Von Hochsensiblen und Scannertypen

Neben fachlichen Themen kamen, schneller als ich gucken konnte, private Themen auf den Tisch.

So viele Jahre hatte ich das Gefühl, mit mir stimmt etwas nicht. Gedanken wie ‚Ich bin zu schwach, zu unbeständig, zu was auch immer, um den alten Bürojob so erfolgreich auszuhalten, wie Studienkollegen das können‚ bestimmten meinen Alltag.

Oder wie manch einer über mich sagt: ich sei zu zartbesaitet, zu emotional, zu dünnhäutig, zu sensibel. Ich denke und reflektiere zu viel und sei weniger selbstbewusst, als es auf den ersten Blick vermuten lässt.

Und ja, was soll ich sagen? Streicht man das bewertende Wort “zu“, stimmt es irgendwie. Das war zunächst eine harte Erkenntnis für mich.

Aber dank Sandra änderte sich mein Blickwinkel. Sie machte mir deutlich, dass diese Eigenschaften völlig in Ordnung und keineswegs falsch sind. Ich bin nur einfach nicht wie die breite Masse.

Ich durfte erkennen, dass ich zu den eher empathischen, hochsensibleren Menschen und zudem zu den Scannerpersönlichkeiten zähle, die selten einen schnurgeraden Lebenslauf haben. Das Kennenlernen dieser “Gruppen“ und deren Eigenschaften war wie eine Offenbarung für mich. Das Kind hat einen Namen und ich bin nicht die Einzige, die sich so getrieben fühlt.

Es hat unglaublich gutgetan, dies zu erkennen und sich in gewisser Weise zugehörig und verstanden zu fühlen. Mit dem Wissen, dass ich oft mehr oder auch anders fühle als der Durchschnitt, oft andere Bedürfnisse habe, wie zum Beispiel nach mehr Rückzugsraum, kann ich nun auch meine Reaktionen auf vieles besser verstehen und künftig angemessener agieren.

Vor mir tut sich interessantes Neuland – eine neue, authentischere Version von mir selbst auf.

Von Begegnungen und deren Spiegelfunktion

Weiterhin durfte ich erkennen, dass u.a. diese auslösende Seelenverstrickung, die mich nicht loslässt, mir den Spiegel zeigt. Ich habe viele eigene Punkte gesehen und erkannt, obwohl es nicht “meine Situation/ meine Krise“ war.

Diese Spiegelfunktion war mir bislang nicht bewusst, aber sie ist ein wichtiger Hinweis, sich an die eigene Nase zu packen, wie es so schön heißt.

Neben dieser Spiegelfunktion durfte ich hierbei noch etwas kennen lernen. Viele, vor allem weniger sensible Personen werden die Augen verdrehen, andere werden es verstehen: Es gibt Seelenbegegnungen. Seelen, die sich schon lange kennen. Seelen, die miteinander verbunden sind. Seelen, die trotz Distanz auf den Punkt spüren, wenn etwas nicht stimmt.

Ich glaube, dies ist mir widerfahren.

Auch wenn vermutlich nur ich es fühle (und das tue ich in der Regel eh stärker als der Gegenpart).
Auch wenn es leider im realen Alltag nicht mein persönlicher Held wird, diese Seele hat mich in kurzer Zeit tief blicken lassen und genau dafür liebe ich sie irgendwie dennoch.

Danke dafür!!

Ein zweiter wichtiger Spiegel wurde mir bewusst in Form eines guten Freundes, mit dem ich leider schon immer regelmäßig aneinandergerate. Warum das so ist, konnte ich lange nicht verstehen. Aber auch hier wurde mir mit dem Kennenlernen der Spiegelfunktion vieles gezeigt. Ich konnte vieles, wenn auch zum Teil auf schmerzliche Weise, über mich klarer sehen, wofür ich im Nachhinein mehr als dankbar bin.

Es wird sicher interessant, wie sich unser Kontakt und viele weitere mit meinem neuen Wissen über mich und dieses Spiegelprinzip entwickeln.

Zeit für ein Fazit

Es mag sicher Menschen in meinem Leben geben, die mir viele dieser Dinge im Vorfeld bereits sagen konnten. Aber man muss es bekanntlich selbst klar bekommen.

All diese Erkenntnisse über mich und diverse Zusammenhänge haben etwas in meinem Leben ins Rollen gebracht. Ähnlich wie eine Lawine, die nicht aufzuhalten ist. Zeitgleich fühle ich mich jedoch standhafter denn je.

Ich habe immer gespürt, dass da noch ‚mehr‘ in mir ist. Und ich bin froh, dass ich jetzt langsam aufwache und mich neu kennen lernen darf. Es ist ein wahnsinnig lehrreicher Prozess. Und ich bin gespannt auf das, was noch kommt.

Insofern war 2018 ein innerlich sehr bewegendes und aufwühlendes Jahr für mich, in dem alles plötzlich Sinn machte und zur richtigen Zeit kam, damit ich verstehe.

Dank Sandra habe ich auf diesem Weg nicht nur viel über mich gelernt und verstanden, sondern ich wurde in meinem Wesen und Weg bestärkt und konnte meine nächsten Schritte detaillieren.
ERWACHEN, ERKENNEN, VERTRAUEN UND ERMUTIGEN für das was kommt.

Ich freue mich auf 2019 und bin dankbar für alle lehrreichen Begegnungen und Erfahrungen, die kamen und kommen.

Anna-Lena

Anna-Lena ist studierte Landschaftsarchitektin und folgte während einer persönlichen Krise ihrem Herzen. Sie machte Hobby zum Beruf und arbeitet als Paragliding Fluglehrerin. Einem weiteren Herzensruf folgend macht sie derzeit parallel eine Ausbildung zum Coach, um Flugschüler und andere Menschen noch besser begleiten zu können.

(Photo by Leonardo Yip)

Edit:
Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „Warum Coach sein der schwierigste Job der Welt ist“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

Häufig werde ich gefragt, wie ich eigentlich herausgefunden habe, dass ich als Coach arbeiten möchte, und wie es mir gelungen ist, diesen Weg zu gehen. In diesem Artikel lasse ich dich hinter die Kulissen schauen und erzähle dir: Weiterlesen

Edit:
Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „Frei sein beginnt im Kopf: So legst du im Business alte Muster ab“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

 

Neulich hat sich meine Facebook-Community gewünscht, dass ich etwas zum Thema „Mehr Fokus, weniger Ablenkung“ sage. In der Vorbereitung tat ich mich etwas schwer. Erst dachte ich, dass es daran liegt, dass mir der Background hinter dieser Bitte fehlte. Immerhin hatte ich nur diesen Kurz-Titel bekommen. Ich wusste weder wer sich das Thema gewünscht hatte, noch welches Ziel damit verbunden war. Der Wunsch traf aber offensichtlich einen Nerv in der Gruppe. Denn von allen Themen bekam dieser Vorschlag am meisten Stimmen in der monatlichen Abstimmung.

Als ich mich näher damit beschäftigte, stellte ich aber fest, dass etwas ganz anderes Grund für meine Irritation war: Meine Meinung zum Thema „Ablenkung“ ist nämlich keine schlechte. Im Gegenteil, Ablenkung kann sehr, sehr hilfreich sein, wenn man sie zu nutzen weiß.

Da ich sehr für Klarheit bin, stellte ich also im Video-Training sofort fest, wie ich darüber denke.

Meine These: Die Ablenkung ist dein Freund!

Warum ist das so?

Wir Menschen neigen dazu, mit uns selbst zu hart ins Gericht zu gehen. Wir fordern von uns oft mehr, als wir von anderen fordern würden. Unsere Erwartungen sind hoch. Zu hoch. Ähnlich ist es bei dem Thema Ablenkung. Wir halten Ablenkung per se als etwas Schlechtes, was es zu vermeiden gilt.

Was passiert also dann, wenn du abgelenkt bist?

Du ärgerst dich über dich selbst.

Wie konnte das nur passieren, dass du dich so einfach ablenken lässt?

Wo hast du eigentlich deine Aufmerksamkeit?

Wenn du so weitermachst, dann wird das nie was mit … der Präsentation für den Chef. Dem neuen Kundenangebot. Und so weiter.

Merkst du was? Diese Art von Selbstgesprächen ist nicht förderlich. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Und wenn wir innerlich mit uns schimpfen, dann richten wir unsere Aufmerksamkeit noch mehr darauf, dass wir gerade abgelenkt sind. Und damit sind wir eines ganz sicher: Richtig abgelenkt.

Stattdessen brauchst du einen liebevollen Umgang mit dir selbst. Gerade dann, wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir eigentlich erwünscht hast. Wenn du lernst, dass du dich selbst so annimmst, wie du gerade bist – mit allen vermeintlichen Fehlern und Schwächen – dann kommst du automatisch zu dem, was du willst: Mehr Fokus.

Selbstannahme statt Selbstgeißelung sollte also das Wichtigste sein. Nimm die Ablenkung lieber als Hinweis darauf, dass etwas in deinem Leben neu betrachtet werden darf. Und schaue dir an, für was genau die Ablenkung gerade steht.

360 Grad neue Energie

Was zeigt dir die Ablenkung?

Der ständige Griff zum Smartphone, das ewige Checken am PC, ob Mails eingegangen sind oder die Suche nach etwas Essbarem, auch wenn du nicht hungrig bist. Wenn du dich schnell ablenken lässt, dann sagt dir das immer etwas über dich.

Beispiele sind:

  • Ich bin müde und ausgelaugt.
  • Ich bin unruhig und nicht bei der Sache.
  • Ich möchte lieber etwas anderes machen.
  • Ich möchte lieber woanders sein.
  • Mein Körper/meine Seele braucht etwas anderes.

Spürst du das? Wenn du deiner Ablenkung die Hand reichst, und sie fragst, was sie dir sagen will, dann kommen ganz neue Erkenntnisse dabei raus.

Vielleicht ist es total normal, dass du müde bist, denn du warst wieder mal zu spät im Bett.

Vielleicht ist es total normal, dass du unruhig bist, denn du sitzt schon viel zu lange am Schreibtisch.

Vielleicht ist es total normal, dass du etwas anderes machen willst, denn dieser Job ernährt dich zwar, aber berührt nicht dein Herz.

Vielleicht ist es total normal, dass du lieber woanders sein möchtest, denn dieser Ort ist nach rationalen Gesichtspunkten ausgesucht worden, und kommt nicht aus deinem Herzen.

Vielleicht ist es total normal, dass dein Körper, deine Seele und auch dein Geist etwas anderes brauchst als das, zu dem du dich gerade zwingen willst.

Ich zum Beispiel habe, während ich diesen Text schreibe, schon mehrfach zum Handy gegriffen, war auf Toilette und habe ziellos nach rechts und links geschaut. Warum? Weil ich platt bin. Dies ist der dritte Text, den ich heute schreibe. Und ich möchte ihn gerne noch fertig bekommen. Aber ich weiß, dass ich direkt nach Veröffentlichung den Rechner ausmache und mir eine Runde Sofa gönne. Alleine diese Selbsterkenntnis hilft mir jetzt, den Artikel schnell fertig zu bekommen. Weil ich weiß, dass ich abgelenkt sein darf und dass es natürlich ist, wenn mein Körper sich nach einer Pause sehnt. Und weil ich weiß, dass ich ihm diese in wenigen Minuten geben werde :-)

Fokus halten ist ganz einfach

Wir sind natürlicherweise in der Lage, den Fokus auf eine Sache zu halten, wenn die Rahmenbedingungen dafür erfüllt sind.

Dazu gehören:

  • Eine gute Energie: Wenn du traurig bist, unausgeschlafen oder sonst wie nicht gut drauf, dann wird es schwieriger. Hier helfen dir stärkende Routinen, wie z. B. Yoga, Bewegung, Meditation, Spaziergänge in der Natur, um in einer guten Energie zu sein.
  • Klarheit über dein Ziel: Du solltest wissen, was du wirklich willst. Das kann etwas anderes sein, als das, was du gerade machen willst/sollst/musst. Es kann dir schon helfen zu erkennen, dass du mit dieser Aufgabe fremden Zielen folgst und du dich deswegen ablenken lässt. Alleine die Einsicht wird dir zu mehr Fokussierung verhelfen.
  • Die eigenen Werte: Wenn du gegen deine Lebensmotive lebst, dann bist du nicht im Einklang. Das kann sich auf eine erhöhte Tendenz zur Ablenkung niederschlagen.
  • Die eigene Persönlichkeit: Wenn du gegen deine Persönlichkeit agierst, dann wirst du dich höchstwahrscheinlich schneller ablenken lassen, da du nicht im Flow bist.
  • Guter Selbstwert: Dein Selbstwert ist die Basis für mehr Fokus. Denn wenn du dich selbst als wichtig schätzt, dann nimmst du auch an, was dir gerade passiert.

Was hilft bei Ablenkung?

Diese 6 Tipps helfen dir, nachhaltig etwas gegen Ablenkung und für Fokus zu tun.

  1. Wenn du dich hast ablenken lassen, dann mache dir zuerst bewusst, wieso diese Ablenkung eingetreten ist. Was ist die eigentliche Ursache hinter der Ablenkung?
  2. Nimm die Ablenkung liebevoll an. Schimpfe nicht mit dir. Du bist nicht ohne Grund abgelenkt.
  3. Identifiziere deine persönlichen Stellschrauben. Woran liegt es, dass du z.B. bei einer bestimmten Tätigkeit immer wieder abgelenkt bist? Entspricht diese Tätigkeit überhaupt deiner Persönlichkeit? Wenn du dich bei deiner Buchhaltung gerne ablenken lässt, weil du sie im Grunde ätzend findest, dann ist das normal. Überlege dir, ob du diese Tätigkeit abgeben kannst. Arbeitest du jeden Tag zu lange und bist deswegen in den Abendstunden nicht mehr im Fokus? Normal! Versuche deine Arbeitszeiten zu reduzieren bzw. mache mehr Pausen, die dich regenerieren.
  4. Passe deine Stellschrauben so an, dass sie dir dienen. Wenn du dich wirklich leicht und regelmäßig ablenken lässt, dann läuft irgendetwas schief in deinem Leben. Sei ehrlich zu dir, übernimm dafür die Verantwortung und ändere sie.
  5. Finde den Flow. Wann fällt es dir leicht, den Fokus zu halten? Finde diese Momente, mache sie dir bewusst und genieße sie. Hole dir mehr solcher Momente in dein Leben.
  6. Vergib dir selbst. Erwarte nichts Übermenschliches von dir. Verzeih dir, wenn es dir im Moment nicht so gut gelingt, den Fokus zu halten. Sei milde und nachsichtig. Das ist die beste Stimmung, um schnell wieder fokussiert zu sein.

Fazit

Die Ablenkung ist weniger schlecht als ihr Ruf. Tatsächlich lädt sie dich ein, mal genauer hinzuschauen, was die Hintergründe sind. Nur wenn du weißt, wann du dich besonders gerne ablenken lässt, kannst du auch etwas tun. Mehr Fokus entsteht dann, wenn du weißt, was du willst, und wie die Strategie ist. Dabei ist es wichtig, dass du jeden Tag auf deinen Energiehaushalt achtgibst. Sorge immer dafür, dass es dir und deinem Körper gut geht.

Wann lässt du dich besonders gerne ablenken? Was ist deine Theorie, warum das so ist? Ich freue mich auf deine Geschichte in den Kommentaren

(Photo by Daria Nepriakhina)

Edit:
Dieser Artikel entstand zu Beginn meiner Reise im eigenen Business und zu einer Zeit, wo ich meine Spiritualität gerade erst zu entdecken begann. Seitdem ist einiges passiert, und ich durfte viel dazu lernen. Heute sehe ich manche Themen aus einem anderen Blickwinkel. Dennoch sind die älteren Artikel, zu denen auch dieser hier gehört, wertvoll und vielen Menschen noch dienlich. Deswegen ist dieser Artikel weiterhin auf dem Blog zu finden. Wenn dich das Thema „Warum du unbedingt du selbst im Business sein solltest“ interessiert, dann schau doch gerne auch hier vorbei.

 

Bist du in Kontakt mit deinen Gefühlen oder analysiert du dein Leben? Erwartest du, dass die Dinge so laufen, wie du das willst und wie es dir passt? In den letzten Wochen habe ich wieder einmal die Erfahrung gemacht, wie entscheidend unser Umgang mit schwierigen Themen ist. Insbesondere solchen Themen, die auf den ersten Blick schmerzhaft erscheinen. Themen, die uns einfach Angst machen. In diesem Artikel soll es daher darum gehen, wie du raus aus der Angst kommst. Weiterlesen